Vitamine


Unter Vitaminen versteht man lebensnotwendige organische Substanzen, die vom Körper zur Aufrechterhaltung der Stoffwechselvorgänge benötigt werden und nicht bzw. nicht ausreichend selbst gebildet werden können. Verbindungen, die im Körper auf einfach Weise in Vitamine umgewandelt werden können, nennt man Provitamine.

Vitamine sind essentielle Mikronährstoffe, die regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Ist die Zufuhr zu gering, kommt es zu typischen Mangelerkrankungen. Normalerweise wird bei einer ausgewogenen Ernährung die empfohlene Zufuhr an den einzelnen Vitaminen erreicht. Mangelzustände liegen meist dann vor, wenn der Bedarf erhöht oder die Aufnahme der Vitamine aus den Lebensmitteln vermindert ist (z.B. Wachstum, Schwangerschaft, Sport, Stress, Nikotin etc.)

Vitamin A  (Retinol) übernimmt im Körper Aufgaben, die mit dem Sehprozess verbunden sind. So ist es beispielsweise am Zellwachstum der Hornhaut des Auges beteiligt. Bei Unterversorgung mit Vitamin A können Nachtblindheit und Hornhauttrübungen (Keratomalazie) auftreten. Der tägliche Bedarf an Vitamin A beträgt ca. 800µg.

Vitamin B1 (Thiamin) ist ein Co-Enzym, das verschiedene Spaltungsvorgänge im Kohlenstoff-Stoffwechsel katalysiert. Mangelerscheinungen, hervorgerufen durch eine Unterversorgung mit Vitamin B1 sind Nervenentzündungen, Muskelschwund, Herzschwäche und Veränderungen des zentralen Nervensystems. Der durchschnittliche Tagesbedarf an Vitamin B1 liegt bei ca. 1,1 mg.

Vitamin B5 (Pantothensäure) wird vom Körper in die essentielle Substanz Coenzym A (Coa) umgewandelt und bildet die aktive Form des Vitamin B5. Durch das CoA wird das Herz bzw. der Herzschlag, die Verdauung und die Lungenfunktion auf eine gesunde Weise unterstützt. Die Folgen eines Mangels an Vitamin B5 sind Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, schmerzhafte Muskeln, Immunschwächen, Reflexstörungen, Veränderungen der Haut, schmerzende Zehen und Fußsohlen und Magenschmerzen. Man kann dieses Vitamin in fast allen natürlichen Lebensmitteln finden wie beispielsweise in Vollkornprodukten, ungeschältem Reis, Hafer, Eiern, Obst und Gemüse. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 6 mg.

Vitamin B6 (Pyridoxin) ist wichtig für den Körper, da es am Aminosäure-Stoffwechsel beteiligt ist. Aminosäuren sind Säuren, aus denen Proteine, also z.B. alle möglichen Enzyme im Körper gebildet werden. Mangelerscheinungen sind relativ selten, da es in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Es sollte täglich in einer Menge von ca. 1,4 mg , wie auch alle anderen Vitamine, durch Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin B7 (Biotin) ist eines der wichtigsten Stoffe, die der Mensch über die Nahrung zu sich nehmen muss. Der tägliche Bedarf an Vitamin B7 ist mit ca. 50 µg gedeckt. Biotin ist in fast allen tierischen und pflanzlichen Zellen vorhanden. Besonders reichlich jedoch in Hefe, Eigelb und Leber. Biotin übernimmt eine wichtige Funktion in vielen Stoffwechselreaktionen in unserem Körper. So ist Vitamin B7 besonders für die Haut- und Haarbildung unentbehrlich. Daher ergeben sich bei Mangelerscheinungen beispielsweise Bindehautentzündungen, Entzündungen der Haut und Haarausfall.

Vitamin B9 (Folsäure) ist ein essentielles Vitamin und kann im Köper nicht gespeichert werden und muss deshalb täglich durch die Ernährung aufgenommen werden. Die Folsäure ist für den Stoffwechsel und die Energieversorgung der Körperzellen sehr wichtig. Im Falle eines Mangels an Folsäure, kann es beispielsweise zu Verdauungsproblemen, schlechte Wundheilung, Haarausfall, Depressionen, Müdigkeit, Blässe oder Appetitlosigkeit kommen. Ergiebige Quellen an Folsäure bieten z. B. Weizenkeime, Sojabohnen, Tomaten, Gurken, Spinat Kartoffeln und Milchprodukte. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 200 µg.

Vitamin C (Ascorbinsäure) ist eines der wichtigsten Vitamine zur Unterstützung des Immunsystems. Es ist an so vielen Vorgängen im menschlichen Körper beteiligt, dass ein Mangel weit reichende Folgen haben kann. Es schützt vor Krankheiten, weil es aktiv an der Abwehr von Viren und Bakterien beteiligt ist. Es fördert die Konzentrationsfähigkeit, gesunden Schlaf oder etwa auch die Stressbewältigung. Der Tagesbedarf an Vitamin C beträgt durchschnittlich 80 mg.

Vitamin E (Tocopherol) kommt in der Natur hauptsächlich in Getreidekeimen, Blattgemüse und Pflanzenölen vor. Viel ist über Vitamin E bisher noch nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich fungiert es im Körper jedoch als Antioxidans. Mangelerscheinungen sind beim Menschen bisher nicht bekannt. Der Tagesbedarf an Vitamin E beträgt ca. 12 mg.

Niacin (Nicotinsäure oder Vitamin B3) ist als Bestandteil der Coenzyme NAD und NADP in allen Zellen des Organismus vorhanden. Es ist beim Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fett-  und Aminosäuren beteiligt. Bei einem Mangel an Niacin treten Hautveränderungen, Schleimhautveränderungen im Verdauungstrakt mit Erbrechen, Durchfall oder nervöse Störungen auf. Niacin ist beispielsweise in Fleisch, Fisch, Milch, Einer, Vollkornbrot und Erbsen enthalten. Der Tagesbedarf an Niacin liegt bei ca. 16 mg.

Vitamin B12 kann vom menschlichen Körper nicht selbst produzieren und ist daher auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Zur Synthese von Vitamin B12 sind nur bestimmte Mikroorganismen fähig. Solche Bakterien sind zwar in der Darmflora enthalten, das produzierte Vitamin B12 kann der Mensch jedoch nur unzureichend nutzen und reicht zur Deckung des täglichen Bedarfs nicht aus. Das Vitamin hat wichtige Funktionen im Bereich des Eiweißstoffwechsels und des Nervensystems, sowie bei der Bildung roter Blutkörperchen. Des Weiteren übernimmt es Aufgaben bei der Regeneration der Schleimhäute und unterstützt das Zellwachstum und die Zellteilung. Tagesbedarf 2,5 µg.